Das (vorzeitige) Ende nach fast 7 Jahren Bautätigkeit?
(20. Mai 2007)
Vor kurzem habe ich von meinem Projekt-Gutachter erfahren, dass ich nun auch Festigkeits-Berechnungen für alle Beschläge (also alle Verbindungen von tragenden Teilen) vorlegen muss. Ich habe daraufhin mit dem Konstrukteur der Pläne (und seit einiger Zeit auch Kit-Hersteller), der Firma Sonex Ltd. in USA Kontakt aufgenommen. Dort ist man aber auf diesem Ohr taub. Ausser den wirklich detaillierten und umfangreichen Bauplänen will man keinerlei weitere Konstruktions-Unterlagen herausgeben. Die monoton wiederholte Aussage auf solche Anfragen lautet: baue den Flieger gemäss den Plänen, dann wird er fliegen... Den Grund hierfür kann man nur vermuten: entweder in der Furcht vor Ideen-Klau, oder auch in den US-amerikanischen Produkthaftungs-Gesetzen.
Für mich würde das bedeuten, dass ich quasi nochmals eine komplette Nachrechnung der Konstruktion beauftragen müsste. Dafür fehlen mir zum Einen die finanziellen Mittel, zum Anderen kann ich diese Forderung auch nicht logisch nachvollziehen.
Bevor ich dieses Projekt gestartet habe, hatte ich von einem anerkannten Luftfahrt-Ingenieur die Luftlasten für Flügel, Steuerfflächen etc berechnen lassen. Aus diesem umfangreichen Rechenwerk wurden die erforderlichen Belastungen für den statischen Belastungsversuch (den ich in jedem Fall durchführen muss) ermittelt. Dieser statische Belastungstest zeigt nun nicht nur, ob der Flügel hält, sondern auch die Anschlüsse, Flügelbolzen etc werden dieser Belastung unterworfen und dürfen kein Versagen zeigen. Halten diese, dann ist die Sicherheit nachgewiesen, halten sie nicht, dann habe ich ein echtes Problem.
Dazu noch ein kleiner Seitenblick, wie dieser "Lufttüchtigkeits-Nachweis" in den USA gehandhabt wird: Dort wird vor dem Erstflug eine Boden-Inspektion von einem FAA-Mitarbeiter oder einem ausgewiesenen Beauftragten durchgeführt. Danach erhält der Selbstbauer/Eigner ein (weitläufiges, dünnbesiedeltes) Erprobungs-Areal zugewiesen, in dem er den Flieger für die ersten 40 Stunden zu bewegen hat (wie er das macht, mit oder ohne Erprobungsplan, das ist dem Selbstbauer/Eigner überlassen) . Ist das Flugzeug nach den 40 Flugstunden nicht vom Himmel gefallen, dann hat es automatisch die endgültige Zulassung.
P.S.
derzeit fliegen mehr als 150 Sonex weltweit, noch keine ist vom Himmel gefallen.
P.P.S
seit Kurzem ist die Sonex als Selbstbauflugzeug von der englischen Selbstbauer-Vereinigung (PFA) in die "approved"-Liste ausgenommen werden. Sie erfüllte damit alle Sicherheits-Anforderungen der englischen Luftfahrt-Behörde.
Motorträger (12. Mai 2007)
Die Verschraubung des Motorträgers ist eine ziemlich knifflige Sache. Vorallem die untere Verankerung mit den Fahrwerks-Beinen. Ich habe mehrere Stunden damit zugebracht, die selbstsichernden Muttern und Scheiben auf die AN-3 Bolzen zu pfriemeln.
Die Öffnung in dieser 'Box' ist nicht groß genug um mit einem Schraubenschlüssel hantieren zu können. Die am weitesten rechts sitzende Bolzen ist so nah an einer Schweißnaht, dass nur eine an einer Seite abgefeilte Scheibe benutzt werden kann. Das ganze ist keine gelungene Kontruktion. Ich hoffe, der Motorträger muss nicht noch einmal abgebaut werden.
Laut Plan sollen hierfür Senk-Bolzen verwendet werden. Meiner Meinung nach hätte aber die Senkung an den 1/8" Winkelelementen eine ziemliche Material-Schwächung bedeutet. Ich habe deshalb die normalen AN525 Bolzen benutzt (selbst wenn die Cowling deshalb an diesen Punkten kleine Beueln bekommen sollte).
Fahrwerk II (5. Mai 2007)
Heute habe ich nach 3 dutzendmal Nachmessen (sicher bin ich mir immer noch nicht 100%tig ob das so stimmt...), die Fahrwerksbeine verbohrt. Dies war eines der besch.... Arbeiten bisher. Zum Einen sind die Bohrungen in den Ti-Stäben sehr tief (28mm). Aus diesen tiefen Bohrungen werden die Späne nicht durch den Bohrer herausbefördert. Ausserdem kann man höchstens 2mm am Stück bohren bis sich der Bohrer überhitzt. Der Bohrvorgang läuft dann so ab:
Dazu kommen noch folgende Erschwernisse:
Fahrwerk I (3. Mai 2007)
Ich habe den Mai-Feiertag im Krankenhaus verbracht. Dort wurden die letzten Überbleibsel meines (biologischen) Fahrwerk-Schadens von Juli 2005 wieder entfernt.
Das obere ist der sogenannte "Marknagel, der mit 2 Schrauben am Kniegelenk und mit 4 Schrauben am Fußgelenk befestigt war. Zusätzlich wurde ein Haar-Riss in der Fußgelenk-Kapsel mit 2 weiteren Schrauben gesichert. Jetzt ist alles wieder raus.