Hauben-Abwurf-Mimik (31. Oktober 2007)

Über Notverfahren, speziell während der Flugerprobung hatte ich mir schon in der Vergangenheit Gedanken gemacht. In dem Zusammenhang (aber nicht nur) waren auch meine Skydiving-Aktivitäten zu sehen. Bevor ich den Unfall hatte, habe ich 2 Dutzend Absprünge (natürlich zusammen mit 'Lehrer')gemacht. Aber was hilft der schönste Fallschirm, wenn die Haube nicht zu öffnen ist?

Speziell bei aerodynamisch 'cleanen' Designs wie der Sonex 'saugt' sich die Haube bei hoher Geschwindigkeit geradezu fest. Das Ausklinken der Haube und Hochdrücken kann zu einem echten Problem werden. Das Zertrümmern der Haube (Plexiglas) ist erstens nicht einfach und zweitens kann die Zeit dafür knapp werden.

Also, ein Hauben-Notabwurf-Mechanismus muss her. Das ist erstens ziemlich coool und vielleicht kann es einmal Leben retten. Der Flieger ist nach so einem Ausstieg selbstredend passé.

Das Problem besteht darin, auf der rechten Hauben-Seite den Scharnier-Pin herauszuziehen. Das ist leichter gesagt als getan, denn das Scharnier ist 52 cm lang. In der Kabine ist nicht genügend Bewegungsfreiheit und zweitens ist nach hinten alles verbaut. Der Pin muss also nach vorne (in Flugrichtung) raus. Dazu brauchts eine Bewegungs-Umkehr und eine Übersetzung.

Ich habe mir deshalb eine 'Flaschenzug'-Lösung ausgedacht (was für ein Glück dass ich noch die Fischertechnik Kästen von den Töchtern aufgehoben habe).

 

Hier ist die Situation, wenn der Pin vollständig im Scharnier ist (Pin und Scharnier auf der linken Seite, ausserhalb des Bildes)


 

Herausziehen des Pins.


 

Hier ist bei 26cm Weg der Pin vollständig herausgezogen. Diese Lösung scheint gut zu funktionieren. Natürlich werde ich Drahtseil und Aluminium-Rollen verwenden, auch wenn diese Vorrichtung höchstens einmal benutzt werden wird :-)

Dass die Übersetzung die doppelte Auszugs-Kraft benötigt, ist kein Nachteil, eher ein Vorteil, denn DIESER Griff sollte nicht unabsichtlich betätigt werden (und wenn die Kabine brennt werden plötzlich ungeahnte Kräfte frei).


 

Spornrad-Steuerung (27. Oktober 2007)

Das Spornrad wird über die Seitenruder-Steuerung betätigt. Dabei hat mir die Lösung von Sonex von Angang an nicht gefallen.

An die Schubstange ist oben und unten jeweils eine Platte angeschweisstmit jeweils einer Bohrung. Oben wird die Platte über einem AN4 Bolzen mit dem Ruder-Horn verbunden, unten mit dem Spornrad-Steuerhorn. Diese Art der Lagerung hat zu Einen Reibung, zum Anderen ist da noch eine kleine Bewegung in der anderen Ebene, die Bei Ausschlag des Seitenrudern das Gestänge verklemmt. Insgesamt eine unschöne Lösung.

 

Das ist jetzt meine Lösung.Oben und unten ein Kugelegelenk. Die Schubstange ist aus Edelstahl. Das sie gebogen ist, wirkt sie auch ez´twas wie eine Feder, was später (hoffentlich) seitliche harte Stöße abmildern wird.


 

Bohrhilfe (22. Oktober 2007)

Zum Bohren der Kabinenhauben-Rohre und -Rundstange habe ich mir eine Bohrhilfe gebaut. Ohne diese wären sicher noch einige Bohrungen aus der Mitte geraten

Die Leiste zeigt den (hoffentlichen) Verlauf der Windschutzschibe. Durch die Wölbung wird praktisch jede Bohrung in einem anderen Winkel durch die Rundstange/ das Rohr gebohrt. Hoffentlich erlebe ich hier keine Überraschungen, wenn die Plexihaube dann einmal da ist (ich zögere derzeit noch diese Teile zu bestellen ($$$).


 

Bremssystem (7. Oktober 2007)

Gestern und heute habe ich die Fußspitzen-Bremspedale nach eigenem Entwurf gebaut (in den Sonex Originalplänen ist eine Trommelbremse mit Seilzug vorgesehen, wobei der Bremshebel auf beide Räder geleichzeitig wirkt. Das gefällt mir ganz und garnicht).

Die Pedale sind ziemlich massiv (und leider auch etwas schwerer als gewünscht) ausgefallen. Ich hatte zuvor eine Rad-Seite mit roter Luftfahrt Hydraulikflüssigkeit befüllt, um den Weg des Bremszylinders zu vermessen. Der beträgt bis zur Blockierung etwa 10mm. Der Hebel, der den Hydraulik-Zylinder betätigt (Bild linkes Pedal, linke Seite) ist bei vertikaler Stellung des Pedals um 15 Grad nach unten geneigt. Bei einer Auslenkung von 30 Grad ergeben sich etwa 20mm Kolbenweg (sollte doch reichen, oder?). Den Hebel habe ich aus 4,7mm starkem 6061-T6 Winkelprofil und einer 1/8" starken Platte gebaut.

 

Rechts der Bremszylinder, den ich bei Marc Ingegno/Italien (http://www.marc-ingegno.it) bestellt habe. Es ist eines der kleinsten Ausführungen, die ich im Web gefunden habe. Über die Qualität kann ich noch nichts sagen. Ein Problem gibt es, und zwar benutzt Marc Ingegno 6mm Plastik-Bremsleitung, die Bremse hat aber Fittings für 3/16" Brensschlauch. Das passt nicht. Mal sehen ob der Italiener da helfen kann.

 

Der Einbau der Bremszylinder ist eine klifflige Sache, denn im Pedalbereich ist eigentlich dafür kein Platz.Das ganze wird nur funktionieren für Piloten mit relativ schmalen Füßen ;-))